Nasebunt

In dieser Serie habe ich großformatige Leinwände besprüht und für diese Schablonen hergestellt. Ich liebe die grafische Ausdrucksweise die durch den Mix von Gesprühtem und dem teilweise gedruckten erblüht. Mir ging es darum, meine Gestaltungsweise zu erweitern und mit der Sprühtechnik, die ich so zuvor noch nicht verwendet habe verschiedene Stimmungen zu erzeugen. Die Bilder sind in ihrer Farbigkeit und in der Komposition ganz simple gehalten und sollen den Betrachter sehr direkt abholen.

Text zur Ausstellung NASEBUNT:


Nicht „Naseweis“ sondern NASEBUNT ist das Motto der Bilderserie.
In aller Munde ist das Thema sich seiner Selbst bewusst zu werden.
Sich seinem Menschsein bewusst zu werden.
Das „bewusste Wahrnehmen“ leuchtet wie ein Trend auf in der Gesellschaft.
Bewusst Atmen, bewusst Essen, bewusst Genießen.
Das Leben ist facettenreich und seine Wahrnehmung zu öffnen, heißt anderer
Meinungen zulassen.
Es findet eine Verschmelzung von Innen und Außen statt. Die Themen im Außen
(Umwelt, Krankheit, Tod, Liebe, Lust, Streben nach Freiheit, Autonomie und
Individualität) fließen in das Innere Abbild (durch die Gesichtersilhouetten
dargestellt) mitein.
Ein Dialog mit der Umwelt, wie auch mit dem Bildbetrachter, wird eröffnet.
Meinungen und Haltungen werden immer vielseitiger. Wir können unsere
Geschlechtsidentität wählen. Geschlechter sind fließend.
Die Sinnlichkeit der Weiblichkeit zelebrieren. Stolz im Allgemeinen sein, auf
das was man ist.
Sich selbst erkennen als Mensch mit Aversions- und Glücksgefühlen, die
gleichermaßen zur Lebendigkeit beitragen.
Sich im Rhythmus bewegen, die Wiederholung zelebrieren in Tanz, Musik und
in der Kunst; die Symmetrie im Bild als ein sich wiederholendes Symbol für das
Schönheitsideal.
Sich selbst auszudrücken gibt einem das Gefühl von Freiheit und Lebendigkeit.
Erinnert an die unendliche Schöpfer– und Erfinderkraft des Menschen.
Im Einklang und im Flow zu sein ist die heutige Maxime. Ständig auf der Suche
nach sich Selbst. Sich mit der Natur, dem Äußeren, verbinden, sich mit anderen
Menschen verbinden, auf authentische Weise und doch sich selbst bleiben.
Der Geschmack einer Pfeife hat etwas Beruhigendes und kann aber auch
als Symbol für überhebliche Intellektualität stehen, mit der man bereits alles
durchschaut hat. Gleichzeitig erinnert sie an das Bild der Pfeife von Magritte
(Dies ist keine Pfeife, 1929), die auf das Spiel der reflexiven und uneindeutigen
Wahrnehmung eingeht und damit zur Bewusstwerdung des eigenen
Nichtwissens beiträgt.